
Ein Zahn ist nicht mehr zu retten – und die verständliche Frage lautet: „Kann das Implantat nicht einfach sofort rein?“ Die Antwort: Ja, oft geht das. Die Sofortimplantation in Berlin ist eines der Themen, zu denen wir am häufigsten beraten. Genauso wichtig wie das „ob“ ist aber das „wann es sinnvoll ist“ – denn ein Sofortimplantat ist ein Konzept für die richtige Ausgangslage, kein Versprechen für jeden Fall. Dieser Ratgeber erklärt, wie die Behandlung funktioniert, wer davon profitiert und wann ein zweizeitiges Vorgehen das sicherere Ergebnis liefert.
Was ist ein Sofortimplantat?
Bei der klassischen Implantation wird ein Zahn entfernt, die Wunde heilt mehrere Monate aus – erst dann wird das Implantat gesetzt. Beim Sofortimplantat geschieht beides in einer einzigen Sitzung: Der nicht erhaltungsfähige Zahn wird schonend entfernt, und das Implantat wird direkt in das frische Zahnfach eingebracht.
Drei Begriffe werden dabei oft verwechselt:
- Sofortimplantation: Das Implantat wird am Tag der Zahnentfernung gesetzt.
- Sofortversorgung: Das Implantat erhält zeitnah ein provisorisches Käppchen oder eine provisorische Krone – noch ohne volle Kaubelastung.
- Sofortbelastung: Der Zahnersatz wird sofort voll belastet. Das ist die anspruchsvollste Variante und vor allem bei Gesamtversorgungen des zahnlosen Kiefers mit mehreren verblockten Implantaten etabliert.
Welche Kombination in Ihrem Fall möglich ist, entscheidet die Diagnostik – nicht der Wunschzettel. Genau deshalb beginnt bei uns jede Sofortimplantation mit einer 3D-DVT-Aufnahme.
Die Vorteile: Warum überhaupt sofort?
Richtig eingesetzt, hat die Sofortimplantation handfeste Vorteile:
- Ein Eingriff statt zwei. Zahnentfernung und Implantation in einer Sitzung – weniger Termine, weniger Heilungsphasen, weniger Aufregung.
- Kürzere Gesamtbehandlungszeit. Monate der Wartezeit zwischen Entfernung und Implantation entfallen.
- Erhalt von Knochen und Zahnfleisch. Nach einer Zahnentfernung beginnt der Kieferknochen zu schrumpfen. Das sofort eingesetzte Implantat stabilisiert das Zahnfach und hilft, die natürliche Zahnfleischkontur zu bewahren – gerade im sichtbaren Frontzahnbereich ein ästhetischer Gewinn.
- Keine Phase ohne Zahn. In geeigneten Fällen verlassen Sie die Praxis mit einem festsitzenden Provisorium – wichtig für Beruf und Alltag.
Die ehrliche Einordnung: Wann sofort nicht das Richtige ist
Ein seriöser Implantologe sagt Ihnen auch, wann er abrät. Eine Sofortimplantation braucht:
- Entzündungsfreiheit. Bei einer akuten eitrigen Entzündung an der Wurzelspitze oder im Zahnfleisch muss erst die Entzündung ausheilen.
- Ausreichend stabilen Knochen. Das Implantat muss im frischen Zahnfach fest verankert werden können (Primärstabilität). Fehlt Knochen, ist ein Knochenaufbau nötig – dann ist ein gestuftes Vorgehen oft sicherer.
- Eine intakte Knochenwand. Ist die äußere Knochenlamelle beim Zahn bereits zerstört, steigt das Risiko für Rückgang von Knochen und Zahnfleisch.
Ist die Sofortimplantation nicht sinnvoll, heißt das nicht „zurück auf null“: Mit der Socket Preservation schützen wir das Zahnfach direkt nach der Entfernung vor dem Einbruch – und implantieren wenige Wochen später in ein gut erhaltenes Knochenbett. Das Ergebnis zählt, nicht das Etikett.
So läuft die Sofortimplantation bei uns ab
- Diagnostik und Planung. Klinische Untersuchung plus 3D-DVT: Wir beurteilen Knochenangebot, Entzündungssituation und Nachbarstrukturen – und planen die Implantatposition am Computer.
- Schonende Zahnentfernung. Der Zahn wird mikrochirurgisch und gewebeschonend entfernt; das Zahnfach bleibt maximal intakt.
- Implantation in derselben Sitzung. Das Implantat wird – bei Bedarf schablonengeführt – exakt in der geplanten Position verankert. Kleine Spalträume füllen wir mit Knochenersatzmaterial auf; auf Wunsch unterstützt die Eigenbluttherapie (PRF) die Heilung.
- Provisorium nach Situation. Je nach Stabilität erhalten Sie ein festsitzendes Provisorium oder eine schützende Übergangslösung.
- Einheilung und endgültige Krone. Nach der Verwachsung mit dem Knochen folgt der endgültige Zahnersatz – passgenau und ästhetisch.
Für Patientinnen und Patienten mit Behandlungsangst begleiten wir den Eingriff auf Wunsch in sanfter Sedierung.
Häufige Fragen zur Sofortimplantation
Ist ein Sofortimplantat schmerzhafter als eine normale Implantation? Nein – im Gegenteil: Da Entfernung und Implantation in einer Sitzung stattfinden, gibt es insgesamt nur eine Wundheilungsphase. Der Eingriff selbst erfolgt unter örtlicher Betäubung, auf Wunsch mit Sedierung.
Kann jeder ein Sofortimplantat bekommen? Nein. Entscheidend sind Entzündungsfreiheit, Knochenangebot und die Stabilität des Zahnfachs. Ob Ihre Situation geeignet ist, zeigt die 3D-Diagnostik – im Beratungsgespräch erhalten Sie eine ehrliche Empfehlung.
Habe ich nach dem Eingriff eine Zahnlücke? In geeigneten Fällen nicht: Ein festsitzendes Provisorium schließt die Lücke sofort. Ist volle Stabilität noch nicht gegeben, sorgt eine ästhetische Übergangslösung dafür, dass Sie nie „ohne Zahn“ sind.
Wie lange hält ein Sofortimplantat? Bei guter Pflege und Nachsorge genauso lange wie ein klassisch gesetztes Implantat – entscheidend sind die richtige Indikation und eine präzise Umsetzung.
Fazit: Schnell, wenn es passt – sorgfältig immer
Die Sofortimplantation verbindet Zeitgewinn mit Gewebeschutz – wenn die Ausgangslage stimmt. Ob sie bei Ihnen möglich ist, klären wir mit moderner 3D-Diagnostik und über 20 Jahren implantologischer Erfahrung. Vereinbaren Sie einen Beratungstermin in unserer Praxis am Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte – Sie erhalten eine ehrliche Einschätzung und ein Konzept, das zu Ihrer Situation passt. Einen Überblick über alle Behandlungen finden Sie unter Implantologie.


